Lesen lernen in der Schule

Stand: 1. November 2026

Beim Lesenlernen dient eine Sprachausgabe vor allem als Hörtext zum Mitlesen: Das Kind hört „Der Hund heißt Bello“ und folgt dabei den Wörtern mit dem Finger.

Für Erstleser eignet sich die Tempostufe „sehr langsam“ (75 %): Vicki spricht damit rechnerisch knapp 110 Wörter pro Minute statt rund 145 im normalen Tempo. Je Umwandlung sind bis zu 3.000 Zeichen möglich, das entspricht etwa einer gut gefüllten Textseite. Die Nutzung im Unterricht ist ausdrücklich erlaubt.

Mitlesen: Hören und Sehen verbinden

Beim Mitlesen folgt das Kind mit dem Finger oder einem Lineal dem Text, während es ihn hört. So verbindet es Schriftbild und Klang. Das eignet sich besonders für:

  • neue Lesetexte, die das Kind danach selbst lesen soll,
  • Kinder, die noch langsam entziffern und den Inhalt dabei aus den Augen verlieren,
  • Kinder mit Deutsch als Zweitsprache, die die Aussprache eines Wortes noch nicht kennen.

Das Tempo muss zum Kind passen: am Anfang „sehr langsam“, später „langsam“ (90 %). Hören Sie die Datei vorher selbst an.

Der Hund heißt Bello. [Pause 1s]

Bello hat ein braunes Fell. [Pause 1s]

Er spielt gern im Garten.

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Hörtexte für den Unterricht erstellen

Aus einem Lesetext, Gedicht, Diktat oder Arbeitsauftrag entsteht eine Datei, die Sie auf die Lernplattform stellen, in eine Präsentation einbinden oder auf ein Tablet kopieren. Einsatzbeispiele:

  • Lesestationen: An einer Station hört ein Kind den Text mit Kopfhörern und liest mit, an der nächsten liest es ihn selbst.
  • Arbeitsaufträge zum Hören: Kinder, die den Auftrag noch nicht sicher lesen können, hören ihn sich an und arbeiten selbstständig.
  • Übungsdiktate: Mit Pausen nach jedem Satz oder Satzteil bleibt Zeit zum Schreiben.
  • Wiederholen zu Hause: Eltern können denselben Text daheim abspielen, auch mehrmals.

Laden Sie die Datei bald herunter: Sie bleibt 24 Stunden abrufbar. MP3 läuft auf allen Geräten und in allen gängigen Lernplattformen.

Tempo, Silben und Pausen

Für einen Hörtext zum Mitlesen helfen folgende Einstellungen:

  • Langsames Tempo: Zwei langsame Stufen stehen zur Wahl, 90 % und 75 %. Alternativ nehmen Sie eine der ruhigeren Azure-Stimmen, die schon bei normalem Tempo rund 116 Wörter pro Minute sprechen.
  • Pausen nach Sätzen: Mit Marken wie [Pause 1s] oder [Pause 2s] bekommt das Kind Zeit, die Zeile zu finden. Eine leere Zeile zwischen Absätzen sorgt bei den Polly-Stimmen zusätzlich für eine deutliche Pause.
  • Silben hörbar machen: Eine Sprachausgabe spricht nicht von selbst in Silben. Bindestriche wie in „Scho-ko-la-de“ ändern je nach Wort und Stimme wenig. Verlässlicher sind kurze Pausen zwischen den Silben, etwa „Scho [Pause 0,3s] ko [Pause 0,3s] la [Pause 0,3s] de“. Das klingt nicht wie das Silbensprechen einer Lehrkraft, macht die Silben aber hörbar. Probieren Sie es vorher aus und denken Sie an die Höchstzahl von 30 Pausen je Umwandlung.
  • Kurze Dateien: Lieber mehrere kurze Dateien als eine lange. Nach jeder Datei kann das Kind eine Pause machen.

Bei den KI-Stimmen gibt es außerdem die Sprechstile „Ruhig (Vorlesen)“ und „Langsam & deutlich“. Für HD- und KI-Stimmen gilt aber zusammen ein Tageslimit von 1.500 Zeichen und höchstens 10 Pausen je Umwandlung. Für Silbenübungen mit vielen Pausen sind die Stimmen von Amazon Polly und Microsoft Azure (Neural) deshalb besser geeignet; mit ihnen sind 20.000 Zeichen am Tag möglich.

Wir lesen das Wort Schokolade. [Pause 1s] Scho [Pause 0,3s] ko [Pause 0,3s] la [Pause 0,3s] de. [Pause 2s] Und jetzt das Wort Banane. [Pause 1s] Ba [Pause 0,3s] na [Pause 0,3s] ne.

Diesen Text im Werkzeug anhören

Welche Stimme für Kinder?

Für Kinder in Deutschland passen Vicki und Daniel. Hannah spricht Hochdeutsch mit österreichischer Färbung, Sabrina mit Schweizer Färbung. Das kann für Kinder in Österreich und der Schweiz vertrauter klingen. Sabrina spricht dabei Hochdeutsch, kein Schweizerdeutsch. Alle Stimmen mit Hörproben finden Sie unter Deutsche Stimmen.

Grenzen: Was eine Sprachausgabe nicht kann

Eine Sprachausgabe hört nicht zu und korrigiert nicht. Sie merkt nicht, wenn ein Kind eine Zeile überspringt oder abschweift, kann nicht nachfragen und nicht über eine Geschichte ins Gespräch kommen. Das gemeinsame Lesen mit Lehrkraft oder Eltern bleibt deshalb nötig.

Auch Betonung und Ausdruck bleiben begrenzt. Bei Gedichten, Dialogen oder Geschichten mit verteilten Rollen klingt eine Sprachausgabe flacher als ein Mensch. Gelegentlich spricht sie ein Wort falsch aus, vor allem Namen, Fremdwörter und Abkürzungen. Hören Sie Dateien daher vor dem Einsatz an.

Bei Leseschwierigkeiten oder Verdacht auf Legasthenie gehören Diagnose und Förderung in fachkundige Hände; ein Hörtext kann dort nur eine Hilfe im Alltag sein.

Datenschutz im Klassenzimmer

Keine personenbezogenen Daten von Schülerinnen und Schülern in den Text. Ihr Text geht an den Sprachdienst der gewählten Stimme (Einzelheiten: Datenschutz). Wir speichern ihn nicht, aber Namen, Noten, Förderbedarfe oder andere Angaben zu Kindern gehören nicht hinein. Verwenden Sie erfundene Namen wie im Beispiel oben.

Die Audiodateien selbst enthalten nur Ihren Text. Lassen Sie Kinder das Werkzeug selbst nutzen, besprechen Sie vorher, dass sie keine eigenen Daten eingeben. Beachten Sie außerdem die Vorgaben Ihrer Schule.

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